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Mit 91 Jahren vor den Traualtar

Nach sechs Jahrzehnten gemeinsamer Probezeit läuten für Hans Schwendter und seine Hedi jetzt die Hochzeitsglocken.
heiraten mit 91 Jahren

Mit 91 Jahren vor den Traualtar

Bei dem Gedanken an den großen Tag leuchten die Augen des 91-Jährigen vor Freude: „Es war immer ein Traum von uns, den göttlichen Segen zu bekommen.“

Frau zum Pferde stehlen

Vor dem Standesamt gab sich das Paar bereits im Jahr 1951 das Jawort, für eine kirchliche Trauung waren Schwendter lange die Hände gebunden. Seit dem Tod seiner ersten Ehefrau stehen den beiden nun aber keine Hürden mehr im Weg. Alter schützt vor Liebe nicht – dieses Sprichwort scheint auf Hans und Hedi Schwendter zuzutreffen: „Von Kopf bis Fuß alles“, antwortet er ohne zu überlegen auf die Frage, was er an seiner Frau liebt. Lachend fügt der auf Lebzeiten bestellte Ehrenkommandant der Schützenkompanie Feldkirch-Gisingen hinzu: „Sie hat alles mitgemacht, war mit mir auf der Jagd, Fischen, Schlittschuhlaufen und Turnen“. Selbst die Leidenschaft zum Fußball teilte Hedi mit ihm und begleitete ihren Gatten stets zu Spielen, die er als Schiedsrichter leitete. „Das hat uns zusammengeschweißt.“ Alte Liebe rostet nicht: Sie kennen sich schon seit ihrer Jugend, doch während des Krieges verloren sich Hans und Hedi eine Zeit lang aus den Augen. Er flog als Pilot der österreichischen Luftstreitkräfte über den Globus, während die heute 85-Jährige Österreich erkundschaftete. Nach der ersten Begegnung nach seiner Rückkehr aus dem Krieg stand für beide fest: „Entweder wir kommen jetzt zusammen, oder lassen es“. Mittlerweile sind Jahrzehnte verstrichen, in denen sie durch dick und dünn gingen. Der eigenhändige Bau ihres Heims in Gisingen in den Nachkriegsjahren war eine Herausforderung. Auch Hans gesundheitliche Probleme meistere das Paar, ebenso wie der unerfüllte Kinderwunsch.

„Kribbelt ein bisschen“

Dem Hochzeitsboom am Schnapsdatum, dem 8. 8. 2008, schenkt das Brautpaar keine Aufmerksamkeit und heiratet einen Tag später am 9. August. Ganz romantisch geht es mit der Pferdekutsche zur Pfarrkirche. Ob er schon nervös ist? „Nein, aber bei meiner Frau kribbelt es schon ein bisschen“. Für den großen Tag ist alles vorbereitet, die Hochzeitstorte ist bestellt, die Gäste eingeladen. Bleibt nur noch die Kleiderfrage zu klären: „Ich zieh die Jagduniform an“, sagt er stolz, „vielleicht aber auch ein Sakko“.

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