![]() |
In früheren Zeiten wurde wenig Rücksicht auf Gefühle genommen. Bei der Brautsucher ging es eher darum einen Partner zu finden der in Stand, Besitz, Ansehen und Arbeitkraft ebenbürtig war.
Ein Brautwerber oder auch Brautsucher genannt, ging zu den Brauteltern und hielt meinst in zeremoniellen für den zukünftigen Bräutigam um die Hand der Tochter an, häufig wurde er auch von Bräutigam begleitet. Mit unterschiedlichen Speisen gaben die Brauteltern ihre Antwort. Die Wahl der Speise und ihre Bedeuting ist von Region zu Region verschieden. So galten ein Butterbrot, gebackene Strauben, Rosinen, Schmarren oder eine Wurst als Zustimmung, wurde der Brautsucher mit Milch abgespeist oder hungrig fort geschickt galt dies als Absage.
Bei großen Hochzeiten auf dem Dorf übernahm ein Hochzeitsbitter oder Hochzeitslader Bayern auch Progoder genannt, das Einladen der Hochzeitsgäste. Manchmal wurden gut 1000 Personen geladen.
Er macht sich meist hoch zu Ross, im festlichen Gewand, traditionell in der Tracht, einem Hut mit langen Bändern und einem Stock der ebenfalls mit bunten Bändern verziert war, auf den Weg zu den Hochzeitsgästen offiziell einzuladen. Er lud in gereimten Sprüchen ein und wurde als Dank mit eine Glas Wein oder Schnaps belohnt.
Wenn der Hochzeitsbitter nicht nur das Einladen übernimmt sonder das ganze Fest begleitet heißt der Hochzeitsmarschall, Zeremonienmeister oder Festordner. Der Hochzeitsmarschall musste sich mit der Hierarchie des Dorfes und dem Zeremoniell des Festes auskennen. Er sorgte für Unterhaltung, wies den Gästen ihre Plätze zu, kümmerte sich um den reibungslosen Ablauf der Reden und alles sonstigen Bräuche auf eine Hochzeit. Zum Schluss verabschiedete er die Gäste. Der Zeremonienmeister ist Vorgänger, des heutigen Hochzeitsplaners.
Im laufe der Zeit vermischt den sich die einzelnen Aufgaben so übernimmt der Hochzeitsbitter heute auch die Aufgabe um die Hand der Braut anzuhalten. Denn noch ist der Brauch in Vergessenheit geraten. Das liegt wohl zum einen daran, dass der Bräutigam nicht mehr bei den Eltern um die Hand seiner geliebt anhält und zum eine am enormen Zeitaufwand mit der Aufgabe des Hochzeitsladers einher geht.
Heute findet man die Hochzeitslader noch in der westlichen Steiermark, dem Burgenland, in Salzburg, Niederösterreich sowie in Teilen Bayerns. Oft wird dem Hochzeitsbitter noch ein zweiter Hochzeitslader zur Unterstützung zugeteilt. In Salzburg gibt es immerhin noch 116 geübte Hochzeitslader und Zeremonienmeister.
Weitere Artikel zum Thema Brauchtum.
Die Ehe hat eine jahrhundertlange Tradition. Entsprechend viele Bräuche haben sich im Laufe der Zeit zu fixen Bestandteilen der Hochzeitszeremonie …
Die Morgengabe – ein schöner Brauch, bei dem die Braut von ihrem Bräutigam ein ganz besonderes Geschenk am Morgen nach der Hochzeit bekommt. Die …
Unter dem Kleid trägt die Braut traditionell das Strumpfband. Hatte das Strumpfband ursprünglich eine rein funktionelle Funktion, haben sich …
Das Perlen oft mit Tränen in Verbindung gebracht werden, weiß so gut wie jede Braut. Denn gerade bei der Hochzeit herrscht noch der Aberglaube, dass …