Gängige Bezeichnungen für die symbolische Brautentführung sind Brautstehlen, Brautraub, Maschkara und Maschkern. Je nach örtlicher Gepflogenheit wird der Brauch anders ausgeübt.
Beim Brautraub wird die zukünftige Braut zum Zweck der Eheschließung geraubt. Früher war der Brautraub auf der ganzen Welt verbreitet. Das Brautpaar war entschlossen sich um die allgemein üblichen Formen der Eheschließung überhaupt nicht zu schere. Eine kluge Frau ließ sich nur dann rauben wenn die Geschichte zu einem glücklichen Ende führte.
Heute findet der Brautraub nur mehr in Kulturen statt in denen arrangierte Ehen üblich sind oder eine Eheschließungen der Liebenden schwierig wäre. In manchen Regionen Osteuropas gehört der Brautraub zum Ritual der Eheschließung und geschieht mit dem Einverständnis der Braut und deren Familie.
Aus dem Brautraub entwickelte sich die Abgewandelte Form der Brautentführung oder des Brautstehlens wären der Hochzeitsfeier. Das Stehlen der Braut kann je nach Tradition und Region mit oder ohne Einwilligung der Braut erfolgen. Dem Brautpaar zu liebe sollte man die Entführung vorher allerdings absprechen.
Der klassische Brautraub geschieht während der Hochzeitsfeier, wenn der Bräutigam abgelenkt ist bzw. von den Gästen beschäftigt wird. In diesem Moment wird die Braut in ein nahe gelegenes Gasthaus entführt. "Gültig" ist die Brautentführung in vielen Gegenden nur, wenn der Brautstrauß mit dabei ist. Bemerkt der Bräutigam nicht, dass seine Braut verschwunden ist, muss er mit einem Besen tanzen. Um die Angetraute wieder zurückzubekommen, muss der Bräutigam je nach Region, die Braut suchen, eine kleine Spende leisten oder bestimmte Aufgaben erfüllen. Er lernt daraus, stets auf seine Geliebte zu achten. Die Zeche der Brautentführer zahlt der Bräutigam oder die Trauzeugen je nach dem wer die Braut wieder zurückzubringen hat.
Eine abgewandelte Form des klassischen Brautraubs oder Brautstehlens ist das „Maschkara" oder „Maschkern", wie es im Waldviertel (nördliches Niederösterreich) und Teilen Bayerns vollzogen wird. Dabei tauchen die nicht eingeladenen Freunde des Paares mit Masken vor dem Gesicht bei der Hochzeitsfeier auf und treiben Schabernack mit den Gästen. Bevor sie gehen, packen sie die Braut und nehmen sie mit. Normalerweise gehen sie dann mit ihr in ein anderes Lokal. Möchte der Bräutigam seine Braut wieder haben, muss er oder der Trauzeuge die Gasthaus-Rechnung der Maskierten begleichen. Danach werden bei einem Ratespiel die Masken abgenommen und der Bräutigam erhält seine Braut zurück. In der Regel mischen sich die ehemals Maskierten dann unter die Hochzeitsgäste und feiern bis in die frühen Morgenstunden.
Die Brautentführung als Solche sollte nicht gar zu lange dauern da, sich die wartende Hochzeitsgesellschaft sonst langweilen und keine Stimmung mehr aufkommt. Häufig werden auch verschiedene Bräuche miteinander vermischt, vor allem dann wenn Braut und Bräutigam aus unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Traditionen kommen.
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